Das Konzept Low Carb 3: Verstoffwechselung

Nachdem die ersten Teile dieser Reihe Kohlenhydrate beleuchtet haben, widmet sich dieser Teil den Proteinen und Fetten.

Die Bedeutung der Proteine

Proteine haben eine besondere Stellung unter den Makronährstoffen. Sie sind in erster Linie keine Energielieferanten, sondern vielmehr die Bausteine unseres Körpers. Proteine sind aus sogenannten Aminosäuren zusammengesetzt, die für viele Körperfunktionen von Nöten sind. So werden Haut, Haare, Muskeln oder Gefäße aus Aminosäuren erzeugt. Aus diesem Grund wird Ihr Körper Proteine auch nur unter erschwerten Bedingungen als Energiequelle nutzen. Noch unwahrscheinlicher ist der Fall, dass Proteine in Körperfett gewandelt werden.
Neben der enorm wichtigen Bedeutung der Eiweiße sättigen sie auch besonders gut bei wenigen Kalorien. Als Beispiel soll mageres Geflügelfleisch dienen. 500 Gramm Hähnchenbrust stellt einen beachtlichen Berg an Fleisch dar und wird Sie sicherlich sehr satt machen. Gleichzeitig besitzt dieser Fleischberg gerade einmal 500 Kalorien. Hinzu kommt ein weiterer nützlicher Effekt. Die Verstoffwechselung von Proteinen beansprucht sehr viel Energie. Während Kohlenhydrate und Fette ohne große Verluste als Energie bereit stehen, verbraucht Ihr Körper bei der Verstoffwechselung von Eiweiß etwa ein Drittel der Energiemenge. Effektiv dienen Proteine damit nicht als Quelle für 4 kcal/g, sondern bestenfalls nur noch für bis zu 3 kcal/g. Es verwundert daher wohl kaum, dass Proteine in allen seriösen Diäten eine besondere Bedeutung innehaben. Keine empfehlenswerte Diät wird Proteine verbieten. Stattdessen sind Proteine stets die sinnvollste Wahl, wenn es um Sättigung und Gesundheit geht.

Die Bedeutung der Fette

Fette hatten lange Zeit einen schlechten Ruf. Dies liegt sicherlich auf der einen Seite an dem ungünstigen Namen. Nahrungsfett und Körperfett werden schnell miteinander in Verbindung gebracht, hängen aber nur indirekt miteinander zusammen. Tatsächlich können Nahrungsfette als Körperfett gespeichert werden, aber auch hier muss eine Umwandlung erfolgen. Es ist keineswegs so, dass Nahrungsfett unmittelbar in die Körperfettdepots an etwa Po oder Bauch geleitet wird. Zunächst wird das Fett langsam verdaut und als Energiequelle genutzt. Wenn dann Nahrungsfette übrig bleiben, werden sie ausgeschieden oder eventuell eingelagert. Fett macht also in keinem Fall zwingend fett!
Auf der anderen Seite wurden viele Krankheiten mit fettreichen Speisen in Verbindung gebracht. So wurde lange Zeit empfohlen, den Eierkonsum gering zu halten. Eier bestehen aus Proteinen und (vor allem im Eigelb) Fetten. Fette wiederum wurden als Ursache für einen hohen Cholesterin-Spiegel angesehen, was im schlimmsten Fall zu einem Herzinfarkt führen kann. Mittlerweile ist bekannt, dass die Lage nicht derartig schwarz oder weiß gesehen werden kann. Fette und Cholesterin stehen zwar in einem Zusammenhang, aber keineswegs in einem derart pauschalen. So besteht aktuell Entwarnung über den Eierkonsum; tatsächlich deutet sogar Vieles darauf hin, dass Eier den Cholesterin-Spiegel senken können. Der Grund hierfür ist in der Art der Fette und den vielen gesunden Mikronährstoffen im Eigelb zu suchen. Grundsätzlich muss bei Fetten zwischen ungesättigten und gesättigten Fettsäuren sowie Transfetten unterschieden werden. Ungesättigte Fettsäuren sind tendenziell gesund, während gesättigte Fettsäuren zu meiden sind. Transfette stellen die größte Gefahr dar. Wer sich auf natürliche und hochwertige Produkte konzentriert, ist bereits auf dem richtigen Weg. Fleisch, Fisch, viele Öle oder Nüsse sind gute Fettlieferanten. Frittierfett aus dem Imbiss hingegen ist offensichtlich keine gute Wahl.
Unabhängig von Krankheiten sind Fette aber auch für viele Körperfunktionen notwendig. Als Beispiel sei das Nervensystem genannt, dass bestimmte Fette für eine gute Funktion benötigt. Auch interessant ist der Zusammenhang, dass einige Vitamine nur in Verbindung mit Fetten aufgenommen werden, weil sie nicht wasserlöslich sind. Fette gehören also in jede ausgewogene Ernährung und damit auch die Low Carb Diät. Durch ihre hohe Sättigung und die langsame Verstoffwechselung sind sie wertvolle Makronährstoffe.

Weiter geht es in Teil 4 spannenden mit den Vorteilen einer Low Carb Diät!

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Mein Name ist Claudia Jehmlich, Sie sehen mich rechts auf dem Profilbild und ich bin Ihre Ernährungsberaterin bei Octofit. Ich konnte in den letzten Jahren viele Menschen auf dem Weg zu mehr Gesundheit und Wohlbefinden begleiten. Hier können wir unseren gemeinsamen Weg starten.

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